Labes, Lobez, Westpommern, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2020:
Lobez (deutsch Labes) ist eine Stadt mit etwa 10.300 Einwohnern in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Sie ist Sitz des Powiats Lobeski und einer Stadt- und Landgemeinde.
Geschichte:
Auf Grund von frühzeitlichen Ausgrabungsfunden ist davon auszugehen, dass die spätere Stadt Labes eine slawische Vorgängersiedlung hatte, die unmittelbar südwestlich der späteren mittelalterlichen Stadt lag. 1271 nennt eine Urkunde einen Borco dominus de Lobis („Borko, Herr von Lobis“). Dies ist ein Hinweis auf die adlige Familie von Borcke, in deren Besitz der Ort war.
Die Besiedlung der Stadt Labes ist wohl aus wilder Wurzel erfolgt. Die Stadtrechtsverleihung erfolgte wohl vor 1295 durch die Familie Borcke. Jedenfalls wurde die Stadt im Jahre 1295 unter dem Namen Lobese bereits als civitas bezeichnet. Später, für das Jahr 1348, ist lübische Stadtrecht nachgewiesen, doch galt dieses nur in einzelnen Rechtsgebieten. Eine Bestätigung der Stadtprivilegien durch die Familie Borcke erfolgte im Jahre 1460, was durch eine Abschrift aus dem Jahre 1623 überliefert ist. Die Borcke blieben bis in das 19. Jahrhundert hinein die Stadtherren von Labes.
Landesherren waren bis 1637 die Herzöge von Pommern. Danach starb das pommersche Herrscherhaus der Greifen aus und Hinterpommern, in dem auch Labes lag, kam zu Brandenburg-Preußen.
In den Jahren 1637 und 1685 wurde Labes von Stadtbränden zerstört. Nach dem Wiederaufbau beherrschten Tuchmacher und Schuhmacher das wirtschaftliche Leben. 1792 nahm ein Kupferhammer den Betrieb auf, der fast achtzig Jahre existierte. Labes war eine Ackerbürgerstadt. Neben einigen Bauern gab es das Gut Zühlsdorf und das Gut Labes B. Einige Kilometer außerhalb Richtung Prütznow lag das Gut Labes A und D.
Bekannt wurde Labes auch durch die Herstellung von Holzpantinen (= Schlurren, daher der Spitzname Schlurr-Labs). Nach der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde Labes Kreisstadt des Kreises Regenwalde. Es entstanden das Landratsamt, das Amtsgericht und das Finanz- und Katasteramt. Als Labes 1859 an die Bahnlinie Stargard–Köslin angeschlossen wurde war dies gleichzeitig der Beginn einer verstärkten Industrialisierung. Entscheidend waren daran die Brüder Kaiser mit ihrer Maschinen- und einer Drahtzaunfabrik beteiligt. Ihr Vater Reinhold Kaiser aus Prütznow hatte schon auf Grund eines am 1. November 1898 mit der Stadt Labes geschlossenen Vertrages die Elektrizitätsversorgung von Labes aufgebaut und Labes mit Strom aus seinem in Prütznow von der Rega betriebenen Elektrizitätswerk versorgt. Große Bedeutung kam der Einrichtung des Landgestütes in Labes zu, die 1876 von der preußischen Regierung veranlasst wurde. Es war das einzige Gestüt in Pommern und auf die Zucht von Hengsten spezialisiert. Auch die Stärkefabrik, die die Kartoffelernte der umliegenden Orte verarbeitete, hatte eine über Labes hinausgehende Bedeutung. Ferner gab es eine Schälmühle, eine Getreidemühle und eine Kalksandsteinfabrik.
Die positive Entwicklung der Stadt lässt sich an den Einwohnerzahlen ablesen. Während sie 1885 5.225 Einwohner hatte, lebten zu Beginn des Zweiten Weltkrieges 7.300 Menschen in der Stadt.
Mit der Einführung der Reformation in Labes um 1537 wurde die Bevölkerung evangelisch. Das älteste erhaltene Kirchenbuch der Stadt Labes umfasst die Jahre 1647 bis 1764; es konnte im Jahre 2013 für die Kirchenbuchstelle des Evangelischen Zentralarchivs erworben werden. Um 1927 bestanden in der Stadt zwei evangelische Kirchengemeinden. Eine römisch-katholische Minderheit wurde im 19. Jahrhundert durch den Pfarrer aus Köslin betreut. In den Jahren 1932 bis 1937 betreute sie der Pfarrer und Widerstandskämpfer August Froehlich von Dramburg aus, ab 1938 erfolgte die Betreuung durch die Pfarrei in Schivelbein.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs eroberten sowjetische Truppen im März 1945 Labes, legten Brände und zerstörten so die Innenstadt weitgehend. Bald nach der Besetzung durch die Rote Armee wurde Labes unter polnische Verwaltung gestellt. Es siedelten sich nun Polen an, die zum großen Teil aus den im Rahmen der „Westverschiebung Polens“ an die Sowjetunion gefallenen Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen. Soweit die deutschen Bewohner von Labes nicht zuvor geflohen waren, wurden sie vertrieben. Nach der Übernahme durch die polnische Verwaltung wurde die Stadt in Lobez umbenannt.
In Labes liegt der Ursprung des Labeser Krippenspiels, welches nach 1945 von Flüchtlingen nach Norddeutschland gebracht wurde und dort seit 1973 regelmäßig aufgeführt wird.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 53.6403216, Geographische Länge: 15.6211424


Geburt

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   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Drews, Dorothea - wife of  1791Labes, Lobez, Westpommern, Deutschland I213238
2 Drews, Wilhelmina  11 Jun 1826Labes, Lobez, Westpommern, Deutschland I213236