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Unterkulm, Kulm, Kanton Aargau, Schweiz



 


Notizen:
Wikipedia 2020:

Unterkulm ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Aargau und Hauptort des Bezirks Kulm. Sie liegt im mittleren Wynental.

Geschichte:

Besiedelt war die Gegend bereits während der Jungsteinzeit vor 5000 bis 3800 Jahren. 1756 stiess ein Grundeigentümer auf Mauerreste eines ausgedehnten römischen Gutshofes, der vom 1. bis zum 4. Jahrhundert bewohnt war. Beim Gebäude handelte es sich um eine Portikusvilla mit angebautem Bad. Die damals gehobenen Funde sind heute zum grössten Teil verschwunden. An den Ausgrabungen beteiligte sich auch Albrecht von Haller. Westlich der Kirche fand man 1971 einen spätrömischen Münzschatz mit fast 600 Münzen aus der Zeit der Kaiser Konstantin I. und Konstantin II. (ca. 325 bis 340 n. Chr.).

Der Ortsname entwickelte sich aus dem lateinischen villa columbaria («Hof mit Taubenschlag»). Die erste urkundliche Erwähnung von Chulenbare erfolgte im Jahr 1045 in einem Schutzbrief, den Kaiser Heinrich III. dem Stift Beromünster ausstellte. 1306 wurde Nideren Kulme im Habsburger Urbar erstmals explizit unterschieden. Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, übernahmen die Habsburger 1273 die Landesherrschaft und die Blutgerichtsbarkeit. Zu den zahlreichen Grundbesitzern gehörten neben dem Stift Beromünster die Klöster Schänis und Engelberg sowie lokale Adlige.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau. Unterkulm gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau und bildete einen Teil des Gerichtsbezirks Kulm im Amt Lenzburg. 1528 führten die Berner die Reformation ein, 1565 wird erstmals eine Schule erwähnt. Die drei Steckhöfe Wannental, Zinsental und Kabishof verloren 1751 ihre Autonomie und wurden mit Unterkulm vereinigt. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts etablierte sich die Verarbeitung von Baumwolle.

Im März 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Unterkulm gehört seither zum Kanton Aargau. 1803 bestimmte die Kantonsregierung das Dorf zum Hauptort des Bezirks Kulm. Zu Beginn fehlte aber ein zentraler Standort für die Bezirksbehörden: In einem Gasthaus waren der Gerichtssaal und das Sitzungszimmer untergebracht, das Archiv befand sich im Schloss Rued, das Bezirksgefängnis im Keller des alten Schulhauses, die Kanzlei in einem Landhaus. Erst 1834 konnte das Bezirksgebäude eröffnet werden, wodurch die einzelnen Verwaltungsstellen unter einem Dach vereinigt waren. Seit 1818 besitzt Unterkulm das Marktrecht, noch heute werden jährlich vier Warenmärkte durchgeführt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Bevölkerungszahl um etwa einen Sechstel zurück. Der Rückgang war aber weit weniger ausgeprägt als in zahlreichen Nachbargemeinden, da die Industrie neue Arbeitsmöglichkeiten schuf. 1854 wurde eine Seidenbandweberei gegründet, zwanzig Jahre später folgte eine Fabrik für Musikspieldosen, aus der sich später die grösste Armaturenfabrik der Schweiz entwickelte. Die Wynentalbahn nahm am 5. März 1904 ihren Betrieb auf. Unterkulm entwickelte sich zu einem industriellen Zentrum, während die Landwirtschaft immer weiter zurückgedrängt wurde. Nach einer Stagnationsphase von 1970 bis Mitte der 1990er Jahre ist wieder eine Bevölkerungszunahme zu verzeichnen.

Ort : Geographische Breite: 47.3111975, Geographische Länge: 8.1146908


Geburt

Treffer 1 bis 2 von 2

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Hunziker, Hans Jakob  1480Unterkulm, Kulm, Kanton Aargau, Schweiz I217295
2 Spirgi, Verena  1480Unterkulm, Kulm, Kanton Aargau, Schweiz I217296