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Brumath, Bas-Rhin, Elsaß, Frankreich



 


Notizen:
Wikipedia 2017:

Brumath, ist eine französische Gemeinde mit 10.177 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im elsässischen Departement Bas-Rhin in der Region Grand Est. Sie ist Hauptort des Kantons Brumath und Sitz des Gemeindeverbandes Region de Brumath. Am 1. Januar 2015 wechselte Brumath vom Arrondissement Strasbourg-Campagne zum Arrondissement Haguenau-Wissembourg.

Geschichte:

Brumath ist einer der wenigen Orte im Elsass, in denen eine mehr als 6000 Jahre währende Siedlungsgeschichte nachgewiesen ist. Zahlreiche Fundstücke aus dem Neolithikum, der Bronzezeit und gallo-römischer Epoche zeugen davon. Einst war der Ort Hauptstadt des gallischen Stammes der Triboker und wurde nach der Eroberung durch den römischen Feldherrn Cäsar im Jahr 58 v. Chr. als Ort des Thermalbades Brocomagus bekannt. In der sich ausbildenden gallo-römischen Kultur war er für vier Jahrhunderte die größte zivile Siedlung der Region. Das später so bedeutende Straßburg, damals: Argentorate, war dagegen ein Legionslager, ein militärischer Stützpunkt.

Nach Brandschatzung und Besetzung durch die Alamannen gelangte Brumath unter die Herrschaft der Franken. Es blieb auch zu Zeiten der Merowinger und Karolinger ein bedeutendes Zentrum. Zahlreiche Könige und Kaiser kamen hier her, unter anderen Karl der Große im Jahr 772, Otto II. 979 und Heinrich II. 1023.

Der ostfränkische König Arnulf von Kärnten schenkte der karolingischen Reichsabtei Lorsch am 27. November 889 seine an Gütern und Rechten reiche Domäne Bruochmagat in Elisatia, also Brumath im Elsass. Der Stauferkaiser Friedrich II. übertrug die Abtei und ihre Besitzungen im Jahr 1232 an das Erzstift Mainz. Brumath wurde zunächst Hauptort der Landgrafschaft Nordgau.

Der nahe Fluss Zorn barg zwar die Gefahr von immer wiederkehrenden Überschwemmungen, wurde jedoch gleichzeitig von den Einwohnern gewerblich genutzt: an den Ufern der Zorn entstanden Mühlen, Gerbereien und Hanfbrechen. Reichlich Zündstoff zu kriegerischen - für die Entwicklung der Stadt äußerst kontraproduktiven - Auseinandersetzungen bot die zwischen den beiden Adelsgeschlechtern Lichtenberg und Leiningen aufgeteilte Grundherrschaft über den Ort. Ebenfalls nachteilig wirkten sich die Pestepidemien im ausgehenden Mittelalter und die Invasion der Engländer aus.

Von der Landgrafschaft gelangte Brumath zunächst zur Hälfte an die Herrschaft Lichtenberg. 1335 kommt es zu einer Landesteilung zwischen der mittleren und der jüngeren Linie des Hauses Lichtenberg. Die Lichtenberger Hälfte von Brumath fiel dabei an die Nachkommen des früh verstorbenen Johann III. von Lichtenberg, die die mittlere Linie des Hauses begründeten. Die zweite Hälfte von Brumath kaufte 1332 Johann II. von Lichtenberg von der älteren Linie des Hauses. Die Herren von Lichtenberg verschafften dem Ort 1347 Stadtrecht, und zwar das von Hagenau. In der Herrschaft Lichtenberg gehörte es zum Amt Brumath.

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwig V., heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Graf Jakob, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg, die andere Hälfte gelangte an seinen Schwager, Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Das Amt Brumath wurde dabei zunächst ein Kondominium zwischen Hanau-Lichtenberg und Zweibrücken-Bitsch. Unter der Regierung von Graf Philipp III. von Hanau-Lichtenberg kam es dann zu einer Realteilung: Brumath kam ganz zu Zweibrücken-Bitsch. Dagegen gelangte das Amt Willstätt, das ebenfalls aus dem Lichtenberger Erbe stammte und ein Kondominat zwischen beiden Häusern war, ganz zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg.

Allerdings kam es 1570 zu einem weiteren Erbfall, der auch das Amt Brumath zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte[5]: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die zweite, nicht bereits durch Hanau-Lichtenberg regierte, Hälfte der ehemaligen Herrschaft Lichtenberg und darin auch Amt und Stadt Brumath. Die lutherische Konfession wurde eingeführt. Im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört, erholte sich Brumath in den darauffolgenden Jahrzehnten nur langsam. Durch die Reunionspolitik Frankreichs bestand ab 1680 über die im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg eine Oberhoheit Frankreichs. Das galt auch für Brumath. 1717/1718 konnte der Graf von Hanau durch einen Patentbrief des französischen Königs Ludwig XV. die Hoheitsrechte an Stadt und Burg Brumath, die Jagdrechte des Stephansfelder Hospitals sowie die Hoheitsrechte an den Dörfern Krautweiler, Gries, Waltenheim und der Burg Arnsberg für 25.000 Livres von Kurmainz kaufen. Sie waren damit keine Lehen mehr, sondern Allod. 1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit Brumath – nach dort. Im Zuge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch wieder Brumath – an Frankreich.

Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts erlangte Brumath durch den Bau des Rhein-Marne-Kanals und der Bahnstrecke Paris–Strasbourg einen markanten wirtschaftlichen Aufschwung und eine stetige Bevölkerungszunahme. Im Jahr 1874 wurde Rudolf Goethe Direktor der dort eingerichteten Kaiserlichen Obst- und Gartenbauschule.

In den 1920er Jahren wurde Brumath Standort des ersten Rundfunksenders im Elsass. Die Anlage, darunter ein 200 Meter hoher Sendemast, wurde am 15. Juni 1940 von den französischen Truppen beim Rückzug zerstört.

Seit dem 26. September 1970 besteht mit der niederbayerischen Stadt Dingolfing eine Städtepartnerschaft.

Ort : Geographische Breite: 48.730702, Geographische Länge: 7.708784000000037


Geburt

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Burckhard, Catharina  um 1685Brumath, Bas-Rhin, Elsaß, Frankreich I166742

Tod

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Tod    Personen-Kennung 
1 Schreiner, Charles  23 Jul 1900Brumath, Bas-Rhin, Elsaß, Frankreich I196338