Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2020:
Usingen ist eine Stadt im Hochtaunuskreis in Hessen. Die über 1200 Jahre alte „Buchfinkenstadt“ im Taunus war Residenzstadt des Hauses Nassau-Usingen.
Geschichte:
Der Ort wird einige Male unter verschiedenen, ähnlich lautenden Bezeichnungen im Codex Eberhardi des Klosters Fulda von etwa 1160 genannt, wobei ein Bezug zu den Jahren zwischen 754/5 (dem Todesjahr des Bonifatius) und 802 angenommen wird. Die Einträge sind jedoch nicht mit einer Jahreszahl versehen, sondern einfache Aufzählungen von Übertragungen an das Kloster. Zudem enthält der Codex auch etliche (Ver-)Fälschungen, was insgesamt zu Zweifeln an der Genauigkeit der Angaben geführt hat. Allerdings hat das Ergebnis einer Ausgrabung im Jahre 2002 gezeigt, dass sich im Umfeld des heutigen Usingen unter anderem die Überreste eines karolingischen Gebäudes befinden. Archäologische Nachweise über eine frühmittelalterliche Siedlungstätigkeit an der Stelle der heutigen Stadt gibt es allerdings bisher nicht.
Schließlich könnte auch noch Stockheim, ein wüst gefallener Ort westlich von Usingen, von Gewicht für die Entstehung bzw. Entwicklung Usingens gewesen sein. Der Name der Wüstung lässt auf seine Begründung zur Zeit der fränkischen Landnahme oder gar schon in alemannischer Zeit schließen, jedoch sind bisher keine greifbaren Bezugspunkte zu Usingen erkennbar.
Bisher existieren keine historischen oder archäologischen Befunde über Usingens Geschichte vom frühen 9. bis zum Ende des 12. Jahrhunderts. Erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts, das heißt in einer Tausch-Urkunde vom 15. Januar 1207, wird der Ort wieder erwähnt: Die Brüder Gerhard und Heinrich von Diez erhalten für die Vogtei von Kastel von König Philipp von Schwaben das Patronatsrecht der Kirche und alles Königsgut in Usingen. Ausdrücklich ausgenommen von dieser Besitzübergabe sind jedoch die Hörigen, die nach dem Besitzrecht dem König eigen sind, ebenso wie die Hälfte derjenigen Hörigen, die der Kirche in Usingen zugehören, deren eine Hälfte ebenfalls Königsgut war. Da im Mittelalter Land und Leute eine Einheit bildeten und nicht getrennt übergeben werden konnten, ist die Urkunde dahingehend zu interpretieren, dass König Philipp nur unbesiedeltes Land übertrug, ihm der wertvollere Teil seines Königsguts also erhalten blieb.
Die Grafen von Diez profitierten jedoch von dem Patronatsrecht, denn damit stand ihnen das Recht zu, den Pfarrer einzusetzen. Somit hatten sie auch indirekten Zugriff auf die Einkünfte der Kirche.
Ein Zweig der Familie derer von Diez nannte sich bereits 1208 nach einer in dem ihr zugesprochenen Gebiet neu errichteten Burg in (Alt-)Weilnau „Grafen von Weilnau“. 1302 teilten ihre Nachkommen ihren Besitz und erbauten in Neuweilnau eine neue Burg.
Nach 1208 schweigen die Quellen zu Usingen erneut für ein Jahrhundert. Erst 1326 wird es wieder direkt urkundlich erwähnt: Graf Gerlach von Nassau erwarb pfandweise von Heinrich von Neuweilnau, einem Nachfahren der Grafen von Diez, unter anderem das als „Dorf“ bezeichnete Usingen. 1346 übernahmen die Söhne Gerlachs, Adolf und Johann die Herrschaft über die Ansiedlung. Neun Jahre später, 1355, erfolgte eine Teilung zwischen den Brüdern und Usingen fiel als Teil von Nassau-Weilburg-Saarbrücken an Graf Johann, unter dem die Umwandlung vom Dorf zur Stadt begann. Es entstand eine befestigte Burg oder Schloss.
Über 500 Jahre unterstand Usingen der nassauischen Oberhoheit.
Die nassauische Burg an der Stelle der heutigen Christian-Wirth-Schule und eine Mauer mit fünf Toren schützten nun das kleine Städtchen, das wohl in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts befestigt worden war und Stadtrechte erhalten hatte. Dies bedeutet allerdings auch, dass sich der Siedlungsschwerpunkt jetzt endgültig aus dem Tal auf die Anhöhe verlagert hatte. Es ist unbekannt, wann und warum dieser Prozess einsetzte.
Nachfolger von Graf Johann wurde sein Sohn Philipp als Landesherr. 1405 erwarb dieser die Pfandherrschaft über Neuweilnau. Damit ging Usingen endgültig in den Besitz der Nassauer über.
Philipp III. von Nassau-Weilburg führte die Reformation in Usingen ein; sie begann am 9. Juni 1527 mit einer Predigt von Philipps Hofprediger Henricus Romanus in der Usinger Kirche. Im Jahr 1528 endeten die katholischen Gottesdienste in der Stadt.
Das Schloss in Usingen wurde 1560 völlig umgebaut und erweitert. 1635 fiel es (und ein großer Teil der Stadt) einem Brand zum Opfer, den spanische Truppen bei der Plünderung der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges gelegt hatten.
Ab 1659 residierten in der zum Schloss mit schönem Garten ausgebauten Burg die Grafen und von 1688 bis 1744 die Fürsten von Nassau-Usingen.
Eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte Usingens war Fürst Walrad, der bei der Teilung der nassau-saarbrückischen Länder am 31. März 1659 das Usinger Land erhielt. Er regierte 43 Jahre und war ein geachteter Feldherr, u. a. Generalfeldmarschall der Niederlande unter Wilhelm III. von Oranien. Das heutige Bild der Stadt hat er entscheidend mitgeprägt, da er nach dem Rückgang der Bevölkerung durch den Dreißigjährigen Krieg und den drei Stadtbränden (vor allem dem Stadtbrand von Usingen 1692) im 17. Jahrhundert Hugenotten ansiedelte und die Neustadt anlegen ließ. 1681 wurde bei Usingen auf Betreiben Walrads eine Eisenhütte als Eigenbetrieb eingerichtet.
Unter Walrads Sohn und Nachfolger als Fürst Wilhelm Heinrich wurde der Ortsteil Wilhelmsdorf gegründet. Dessen Sohn Fürst Karl verlagerte 1744 seine Residenz von Usingen nach Wiesbaden-Biebrich. Damit endete Usingens Zeit als Residenzstadt. Es blieb jedoch bis zur Annexion des Herzogtums Nassau durch das Königreich Preußen im Jahr 1886 Sitz des Amtes Usingen und danach bis 1972 Kreisstadt. Die geringe Industrieentwicklung der Neuzeit konnte auch durch den Eisenbahnanschluss des Jahres 1895 nicht verstärkt werden.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 50.3351713, Geographische Länge: 8.5367203


Geburt

Treffer 1 bis 10 von 10

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Cramer, Anna - wife of  um 1610Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218315
2 Cramer, Johann Conrad  5 Mrz 1667Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218304
3 Cramer, Johann Dietrich  23 Sep 1634Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218312
4 Cramer, Johannes  um 1606Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218314
5 Cuester, Elisabeth  um 1625Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218307
6 Reinhard, Anna Margaretha  11 Aug 1650Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218305
7 Reinhard, Hans Jacob  13 Feb 1625Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218306
8 Reinhard, Johann  um 1580Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218310
9 Reinhard, Zacharias  geschätzt 1605Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218308
10 Rus, Agnes  Jul 1630Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218313

Gestorben

Treffer 1 bis 7 von 7

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Cramer, Anna - wife of  15 Mai 1639Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218315
2 Cramer, Johannes  23 Feb 1670Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218314
3 Cuester, Elisabeth  Mrz 1654Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218307
4 Reinhard, Amalia - wife of  26 Apr 1649Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218309
5 Reinhard, Anna Margaretha  4 Sep 1712Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218305
6 Reinhard, Zacharias  20 Jun 1652Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218308
7 Rus, Agnes  11 Feb 1704Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland I218313

Verheiratet

Treffer 1 bis 3 von 3

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Cramer / Cramer  14 Jun 1631Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland F73732
2 Reinhard / Cuester  7 Nov 1641Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland F73728
3 Reinhard / Reinhard  27 Nov 1633Usingen, Hochtaunuskreis, Hessen, Deutschland F73729