Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2021:
Gauangelloch ist ein Dorf südlich von Heidelberg im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Die etwa 2500 Einwohner große Gemeinde vereinigte sich 1973 bei der Gebietsreform in Baden-Württemberg zusammen mit dem ihr angeschlossenen Dorf Ochsenbach mit der Stadt Leimen.
Geschichte:
In den 1970er Jahren fand man im Gewann "Insel" ein aus grau-grünem Jadeit gearbeitetes Kultbeil, das mit 4000–1800 v. Chr. in die Jungsteinzeit fällt und somit zumindest die gelegentliche Präsenz von Steinzeitmenschen belegt. Im Gebiet des heutigen Gauangelloch wurden zudem Tonscherben und Mauerreste gefunden, die auf eine Besiedelung bereits in der Römerzeit schließen lassen; die Anlage des Ortes ist etwa in das 8. oder 9. Jahrhundert zu datieren.
Die erste Erwähnung des Dorfes als „Angelach“ in einer vermutlich gefälschten bzw. auf 1016 zurückdatierten Urkunde des Bistums Worms gehört ins 12. Jahrhundert. In der in lateinischer Sprache abgefassten Urkunde wird die Ausstattung des von Bischof Burchard I in Worms neu gegründeten St.-Paul-Stifts mit seinen Gütern dokumentiert. Darin heißt es zu Gauangelloch: "[...] Außerdem gab ich (Bischof Burchard) ihnen (den Brüdern des St.Paul-Stifts) […] zu Gauangelloch neuneinhalb Mansen und zwei Freigüter […]". Besagte Urkunde befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Heidelberg. Trotz vermeintlicher Rückdatierung soll die Urkunde die darin beschriebenen Verhältnisse weitgehend korrekt wiedergeben.
Über Jahrhunderte wurde der Ort in der Umgangs- bzw. Amtssprache Angelloch genannt. Der Ortsname setzt sich aus den Wortteilen angel (Angelhaken, bzw. mittelhochdeutsch Fischangel, Stachel) sowie och (Fluss/Wasser (althochdeutsch aha bzw. mittelhochdeutsch ahe)) zusammen und stellt einen Bezug zum im Ort fließenden Gewässer her. Die Zusammenführung beider Wortteile ergibt das Altdeutsche angel-aha sowie das mittelhochdeutsche angel-ahe, woraus sich mit der Zeit Angellach bzw. Angelloch entwickelte, auch wenn darüber hinaus zuvor auch Formen wie Andelachen (1198), Angelach (1289), Gauangelach (1496), Anngenloch (1559) existierten. In der Urkunde von 1016 war noch von "Angelachen" die Rede. Die Erweiterung des Namens durch die Vorsilbe "Gau" bezieht sich auf die landschaftlichen Voraussetzungen der Region, nämlich fruchtbares Ackerland mit verhältnismäßig wenig Wald, die daher die Landwirtschaft als Mittelpunkt des dörflichen Lebens hatte. Umgekehrt verhält es sich bei Orten mit der Vorsilbe "Wald". Zur Unterscheidung gegenüber Waldangelloch am anderen Quellarm des Angelbachs ist um 1300 jedoch auch von „Angelach uf dem Geiberge“ (Angelach auf dem Gaiberg) die Rede, woraus sich in der Neuzeit letztlich der heutige Ortsname „Gauangelloch“ gebildet hat.
Die erste sichere Beurkundung Gauangellochs, seiner katholischen Mutterpfarrei mit Peterspatrozinium sowie den Filialen Gaiberg, Schatthausen und (Wald-)Hilsbach stammt aus dem Jahr 1270; die Lehenshoheit der Pfalzgrafen über Gauangelloch wird erstmals 1391 bezeugt.
Während der Ritterzeit siedelten sich die Ritter von Angelach bzw. Angelloch hier an und erbauten sich die auch als Bettendorfsches Schloss bekannte Wasserburg Gauangelloch als Herrschaftssitz; im Jahr 1453 ging die Lehnsherrschaft derer von Angelloch an die Freiherrn von Bettendorff über. Um 1522 wurde die Reformation durchgeführt, indem die Familie von Bettendorff die Lutherische Lehre annahm, und mit ihr der überwiegende Teil der Bevölkerung. Als Folge der Reformation wurde u. a. Ochsenbach kirchlich fortan aus Schatthausen versorgt. Um 1650 waren die Gemeinden Gauangelloch und Mauer biniert.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Gauangelloch vollständig zerstört, die Einwohner flohen oder wurden getötet. Erst 1665 bauten Johann Philipp und Helena von Bettendorff die Burg wieder auf. Im Laufe des 18. Jahrhunderts verwahrloste die Burg jedoch und begann zu zerfallen. 1823 wurde sie abgerissen und Franz Ludwig von Bettendorff stellte den zuwandernden Katholiken den Keller der Burg zur Verfügung, um darauf 1824 eine Kapelle zu errichten, die 1902 als Gotteshaus diente und anschließend in eine Scheuer umgebaut wurde. Die Familie Göler von Ravensburg stellt die Patronatsfamilie der Evangelischen Kirchengemeinde Gauangelloch dar.
Im Jahre 1937 wurde das benachbarte Ochsenbach nach Gauangelloch eingemeindet. Ochsenbach wurde erstmals im Verzeichnis der speyerischen Leibeigenen um 1300 erwähnt. Die Ortschaft wurde 1771 mit dem angrenzenden Hof Maisbach unter einem eigenen Stabhalter vereinigt, und dieser neuen Gemeinde wurde 1797 noch der Weiler Lingental zugewiesen. Die drei Gemeinden bestanden bis 1935; nachdem sie von 1935 bis 1937 zwangsweise eine einheitliche Gemeinde gebildet hatten, wurde am 1. April 1937 Lingental an Leimen, Maisbach an Nußloch und Ochsenbach an Gauangelloch angeschlossen.
In den folgenden Jahren wandelte sich die Gemeinde Gauangelloch mit ihrem Ortsteil Ochsenbach vom Bauerndorf zur Pendlergemeinde. Am 1. Oktober 1973 wurde sie in Zusammenhang mit der Gebietsreform in Baden-Württemberg in die Stadt Leimen eingegliedert. Seitdem haben sich Gauangelloch und Ochsenbach zu attraktiven Wohnorten entwickelt. Beide haben jedoch ihren dörflichen Charakter beibehalten und sind deshalb beliebte Orte, die zum Wandern durch Kraichgau und Odenwald einladen.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 49.3424656, Geographische Länge: 8.7554598


Geburt

Treffer 1 bis 5 von 5

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Klingmann, Johannes Ludwig  23 Jan 1801Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231699
2 Klingmann, Maria Catharina  31 Mrz 1776Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231804
3 Kuehner, Johann  30 Jun 1689Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231809
4 Kuehner, Maria Elisabetha  23 Feb 1714Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231808
5 Litterer, Anna Margaretha  1 Okt 1751Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231806

Getauft

Treffer 1 bis 5 von 5

   Nachname, Taufnamen    Getauft    Personen-Kennung 
1 Klingmann, Johannes Ludwig  26 Jan 1801Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231699
2 Klingmann, Maria Catharina  1 Apr 1776Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231804
3 Kuehner, Johann  30 Jun 1689Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231809
4 Kuehner, Maria Elisabetha  23 Feb 1714Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231808
5 Litterer, Anna Margaretha  1 Okt 1751Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland I231806

Verheiratet

Treffer 1 bis 4 von 4

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Klingmann / Klingmann  18 Sep 1796Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland F79675
2 Klingmann / Litterer  25 Mai 1773Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland F79676
3 Kuehner / Scherer  27 Dez 1713Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland F79678
4 Litterer / Kuehner  30 Apr 1743Gauangelloch, Kreis Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland F79677